Vernichtendes Zeugnis für den RMD-Kanal


25 Jahre nach der Eröffnung des Rhein-Main-Donau-Kanals zwischen Bamberg und Kelheim hat der Bund Naturschutz (BN) eine vernichtende Bilanz gezogen. „Der Jahrestag ist kein Grund zum Jubel – ganz im Gegenteil“, sagte BN-Chef Hubert Weiger gestern in Dietfurt zu dem Milliardenprojekt. „Der Kanal steht beispielhaft für ein unsinniges und naturzerstörendes Prestigeprojekt der damaligen Bundesregierung und der bayerischen Staatsregierung“, erklärte er.

BN: Seltene Biotope geopfert

Der Naturschützer bezeichnete den Kanal als „ökologisches und ökonomisches Desaster“. Wertvollste Biotopflächen und Kulturlandschaften seien geopfert worden, Feuchtgebiete verschwunden und somit auch der Lebensraum besonderer Tierarten. „Der politische Traum wurde zum ökologisch-ökonomischen Alptraum“, erläuterte der BN-Chef.
Nach Erhebungen des Verbandes wurden vor allem im Sulztal, Ottmaringer Tal und Altmühltal 600 Hektar Feuchtgebiete und weitere ökologisch besonders wertvolle Flächen zerstört oder geschädigt. Die Artenvielfalt sei in einigen Regionen um die Hälfte oder mehr zurückgegangen. Erdkröten und Wasserspitzmäuse beispielsweise seien in weiten Bereichen völlig verschwunden. Ebenso seien zahlreiche Vogelarten zurückgegangen. Auch die Bestände von Libellen und Heuschrecken hätten stark abgenommen.

Weiger: Ausgleichsmaßnahmen völlig hinter den Erwartungen

Der BN, der sich von Anfang an gegen den Bau des Kanals gewandt hatte, kritisierte: Ausgleichsmaßnahmen zugunsten der Natur seien vollkommen hinter den Erwartungen der Planer zurückgeblieben. „Die Natur ist eben nicht so gestaltbar und ausgleichbar wie es immer wieder dargestellt wird. Tiere weichen eben nicht einfach mal in andere Biotope aus, wenn ihnen ihr Haupt-Lebensraum genommen wird“, erklärte Weiger. Das Fazit der Naturschützer ist ernüchternd: „Der Eingriff in die Umwelt ist nicht ausgeglichen und kann es auch nie werden.“

„Steuerzahler tragen wirtschaftliches Debakel“

Zugleich sei der wirtschaftliche Nutzen des Kanals geringer als erhofft. Die Gütermengen lägen weit unter den Prognosen von 1992. Demnach sollten bis 2002 rund 18 Millionen Tonnen auf dem Kanal transportiert werden. 2016 betrug das Frachtaufkommen laut BN aber nur 4,6 Millionen Tonnen.
Das wirtschaftliche Debakel trage der Steuerzahler, monierte Weiger. Denn von den 2,5 Milliarden Euro Baukosten für den Abschnitt südlich von Nürnberg hätten der Bund und der Freistaat 1,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050 als zinsloses Darlehen zur Verfügung gestellt.

„Das darf sich nicht wiederholen.

Weiger forderte die Politik dazu auf, aus dem „RMD-Desaster die Konsequenzen zu ziehen, auf flächenfressende Prestigeobjekte zu verzichten und endlich mit dem Flächensparen zu beginnen“. Der Kanal sei zugleich ein mahnendes Beispiel, das sich auf keinen Fall beim Ausbau der Donau zwischen Straubing und Vilshofen wiederholen dürfe.

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